Queerer Widerstand ist unverhandelbar – Antiautoritärer Block auf dem CSD Lübeck 2026

Am 15. August waren die Straßen Lübecks bunt, laut und widerständig: Zusammen mit den Schwarzen Scharen und zahlreichen weiteren Genoss*innen haben wir als FAU Lübeck einen antiautoritären und anarcha-queerfeministischen Block auf dem Christopher Street Day gebildet.

Warum wir einen eigenen Block brauchen

Der CSD hat in seinen Anfängen nichts mit Sponsorenlogos, Parteiwagen und Regenbogen-Merch zu tun gehabt. Stonewall war ein Aufstand – gegen Polizeigewalt, gegen staatliche Repression, gegen eine Gesellschaft, die queere Menschen zum Schweigen bringen wollte. Diese Geschichte wird auf vielen kommerziellen CSDs zunehmend unsichtbar gemacht. Wo Konzerne sich für einen Tag Regenbogenfarben überstreifen, während sie queerfeindliche Politik finanzieren, wo Parteien Stimmen fischen und Polizei „Bürger*innendialog“ spielt, während sie marginalisierte Menschen schikaniert – da ist unser Platz nicht.

Unser Block stand für eine andere Tradition: für queeren Widerstand von unten, selbstorganisiert, basisdemokratisch, ohne Chefs und ohne Sponsoren.

Laut, kämpferisch, solidarisch

Gemeinsam zogen wir mit Menschen durch die Lübecker Innenstadt. Transparente und Parolen machten klar: Queere Befreiung ist untrennbar verbunden mit dem Kampf gegen Kapitalismus, Patriarchat, Rassismus und Staat. Es gibt keine queere Emanzipation in einem System, das auf Ausbeutung und Ausgrenzung beruht – weder für trans Menschen, die um medizinische Versorgung kämpfen müssen, noch für queere Geflüchtete, die mit Abschiebung bedroht sind, noch für queerfeministische Arbeiterinnen, die Prekarisierung und Sexismus am Arbeitsplatz erleben.

Ein besonderer Dank geht an die Schwarzen Scharen und alle Genoss*innen, die den Block mit organisiert und mobilisiert haben. Diese Vernetzung zeigt: Antiautoritäre Strukturen in Lübeck stehen zusammen – auf der Straße und darüber hinaus.

Pinkwashing ist keine Solidarität

Wir wiederholen es, weil es nötig ist: Keine Cops am CSD, keine Konzernwerbung, keine Parteipolitik in unseren Reihen. Solidarität heißt nicht, sich einmal im Jahr bunt zu zeigen. Solidarität heißt, 365 Tage im Jahr dort zu stehen, wo Queers angegriffen werden – auf der Arbeit, im Viertel, in den Lagern, an den Grenzen.

Der Kampf geht weiter

Der CSD ist ein Tag. Unsere Organisierung findet jeden Tag statt: in den Gewerkschaftssektionen der FAU, in queerfeministischen Strukturen, in den Kiezen und Betrieben. Wenn du Lust hast, dich einzubringen – komm zu unserem offenen Treffen oder schreib uns.

Für eine Gesellschaft ohne Herrschaft – queer, kämpferisch, solidarisch!